HdWM mit erfolgreichem Fachkongress „Die Zukunft von Führung und Coaching

In Kooperation mit dem Karlsruher Institut und der Initiative für zukunftsfähige Führung, fand Anfang Juni in der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) der Fachkongress „Die Zukunft von Führung und Coaching“ statt. In drei Kurzvorträgen und fünf Workshops sowie mehreren Dialogrunden und einer abschließenden Podiumsdiskussion wurde das gesamte Spektrum von zukunftsorientierter Führung und modernem Coaching präsentiert. Der Präsident der HdWM, Prof. Dr. Michael Nagy, konnte über 80 Gäste zu dieser Veranstaltung begrüßen, die als wichtigste dieser Art in ganz Baden-Württemberg bezeichnet werden kann.

Die Protagonist/innen des Fachkongresses an der HdWM.

Mit Prof. Dr. Elke Berninger-Schäfer, Inhaberin und Gründerin des Karlsruher Instituts und geschäftsführende Gesellschafterin der CAI GmbH, starteten die Vorträge. Sie verwies gleich zu Beginn ihrer Ausführungen auf die gemeinsame Verantwortung und der damit verbundenen Arbeit mit Blick auf den Erhalt der Schöpfung. Dabei gelte es, medizinische Heilmethoden, soziale Netzwerke, konstruktive Beratungsprozesse und Coaching sowie bewusste Selbstentwicklung in einer potenzialorientierten Führung zu koordinieren. Daraus ergäben sich intelligente Lösungen aus der Kombination von Möglichkeiten des virtuellen Raumes (Cyber) und einem anthropoethischen Vorgehen (cyber anthropoetic intelliegence = CAI).

Thomas Berg: Dialog zwischen erfahrenen und künftigen Führungskräften organisieren

Danach trug Thomas E. Berg, bis 2016 Generalsekretär der Führungsakademie Baden-Württemberg, vor. Neben mehreren leitenden Funktionen, ist Berg Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der izf-Initiative Zukunftsfähige Führung sowie - seit 2017 - auch Mitglied im Kuratorium der HdWM. Berg verwies auf eine Reihe von Studien, wonach auch unter vielen Führungskräften eine große Unzufriedenheit mit der herrschenden Führungskultur verbreitet sei. Das Anliegen der Initiative zukunftsfähige Führung sei es, hierüber einen intensiven Dialog zwischen erfahrenen und künftigen Führungskräften zu organisieren, um zukunftsfähige Rahmenbedingungen für Führung auszuhandeln und umzusetzen. Er lud alle ein, sich an diesem Dialog zu beteiligen.

Prof. Nagy: Komplexifizierung der Systeme - Vom Modell Maschine zum Modell Organismus

Ein weiteres Thema: die Komplexifizierung der Systeme! Neue Kommunikationstechnologien, Diverse Belegschaften, Komplexe Produkte/Organisationen, Globalisierung und Kürzere Innovationszyklen seien die dabei relevanten Bausteine. So brauche es ein radikal neues Verständnis von Organisation und Management. Das klassische „Modell Maschine“ habe ausgedient, das „Modell Organismus“ zeige den Weg in die Zukunft. „Dieses Modell zeichnet sich durch hohe Komplexität und Dynamik aus, kreiert Informationen und Wissen und führt so zum Gestalten von Voraussetzungen für Selbstorganisation. Dies wiederum führt in ein Systemisches Management, das als offenes System mit dynamischen Wechselwirkungen zur Umgebung funktioniert. Daraus ergeben sich wiederum dynamische, steuerbare Prozesse, die das Streben nach optimalen Lösungen unterstützen. Und: fortwährendes Lernen sichert den Erfolg durch Veränderung. Es gilt deshalb, die relevanten Einflussgrößen wie Kunden, Markt, Mitarbeiter, Lieferanten, Partner, Eigner und staatliche Gesellschaft, auszubalancieren“, sagt Prof. Nagy.

Dr. Uwe Böning: Das Milieukonzept im Coaching

Zum Thema „Das Milieukonzept im Coaching“ trug Dr. Uwe Böning vor. Er ist Management-Berater und Business-Coach auf der Top-Management-Ebene und Geschäftsführender Gesellschafter der Böning Consult GmbH. Der Diplompsychologe und Klinische Psychologe (DGVT) hatte zahlreiche Lehrtaufträge an mehreren europäischen Universitäten und Hochschulen inne. Seine Schwerpunkte setzte er in den Arbeitsfeldern des Business-Coachings und des Change-Managements sowie in der praktischen wie theoretischen wisssenschaftlichen Forschung. Business-Coaching ist demnach ein professionell systematisierter, dialoggesteuerter, ziel- und ergebnisorientierter Selbstreflexions- und Selbstmanagement-Prozess, der zu persönlichem Wachstum führen soll, das sich auf verschiedenen Ebenen auswirken kann: auf Kognitionen, Emotionen und faktisches Verhalten. Er führte das Milieukonzept zur Erklärung unterschiedlicher Erwartungen, Werte, Rollen und Interventions-Wirkungen im Coaching ein.

Bönings empirische Untersuchungen, die Top-Themen des Top-Managements betreffend, ergeben die Reihenfolge: Beziehungen zu Kollegen, selbstbezogene Machtfragen, Machtfragen im Unternehmen, Selbstwirksamkeit, Innenpolitik im Unternehmen sowie das externe Image des Unternehmens. Für das Mittelmanagement gelten folgende Präferenzen: Eigene Biografie, Selbstsicherheit, Selbst- und Fremdbild, Selbst- und Stressmanagement sowie persönliche Probleme. Zurück zum Top-Management: Dessen charakteristische Merkmale sind in der Regel Vertrauen, Bescheidenheit, Pflichtbewusstsein, Präferenzen für Intuition und Deliberation auf erhöhtem Niveau, die subjektiv hohe Bedeutsamkeit der Arbeit sowie das Erfolgserleben im Beruf, die in der Regel zu einem hohen Selbstwertgefühl von Führungskräften führen, das durch Coaching gesteigert werden kann.

Prof. Berninger-Schäfer: Digital Leadership und Coaching

Soziale Medien in den Führungsalltag einsetzen zu können, ist nach Prof. Berninger-Schäfer eine wichtige Kompetenz moderner Führungskräfte. Die Beteiligung von Mitarbeitenden über die vernetzte Zusammenarbeit von Menschen mit digitalen Medien, sei der Schlüssel zeitgemäßer Führung. Die Voraussetzungen dafür sind: Veränderung des Mind Sets Führung, Medien & Tools sowie Kompetenzentwicklung. Der partizipative Austausch wird dadurch schneller, gleichberechtigter, offener und demokratischer. Insbesondere dann, wenn er auch anonym möglich ist, und sich viele Personen daran beteiligen. Einfluss wird nicht via Hierarchie gesteuert, sondern über das Beziehungsmanagement in Netzwerkstrukturen, was auf Augenhöhe stattfindet“, sagt Prof. Berninger-Schäfer.

Die Kennzeichen von Digital Leadership seien: Wertschätzung und Ermöglichung von persönlicher Weiterentwicklung - anstelle von Kontrolle solle Motivation durch Selbstbestimmung, Sinnstiftung und Vertrauen stehen. Führungskräfte brauchen Coachingkompetenzen, um diesen Ansprüchen gerecht werden zu können. Des Weiteren brauchen sie Kompetenzen zum Einsatz von Online-Führungstools entwickeln, Sicherheitsstandards beurteilen können und ihr Sprachverhalten ändern. Hierfür sind neue Schulungskonzepte nötig.

Wolfgang Dittmann: Internationaler Bund (IB) unterstützt zukunftsorientierte Fachkongresse an HdWM

Geschäftsführer der unternehmensnahen, privaten Hochschule ist Wolfgang Dittmann, der auch Chef der gemeinnützigen Gesellschaft für interdisziplinäre Studien mbH (GIS) des IB ist: „Wir unterstützen Fachkongresse, die sich mit Zukunftsfragen befassen - und auch Antworten geben - ausdrücklich. Die diversen, in die Zukunft weisenden Führungsmodelle und Coaching-Konzepte kennenzulernen, ist ein Gewinn für Studierende wie Professoren. Oft finden Themen wie die einer zeitgemäßen, modernen Führungskultur, nicht die ihr zustehende Beachtung. Wobei Wertschätzung, Lobkultur, Anerkennung von Leistungen der Mitarbeitenden und ein kultivierter Mitarbeiter-Dialog ganz groß zu schrieben sind. Dies wiederum beeinflusst und prägt das künftige Führungsverhalten der HdWM-Absolventen auf positive Weise“.

Fünf Workshops mit bemerkenswerten Ergebnissen

Nach den Vorträgen ging der Fachkongress in die Phase der Workshops über:

  • DAS MILLIEUKONZEPT, mit Dr. Uwe Böning;
  • FÜHREN IN VERTEILETN TEAMS, mit Peter Meyer, Senior Vice President Purchasing Automotive Business DS (CP/AB!), Robert Bosch GmbH;
  • AGILES MANAGEMENT, Heidi Kupke, Geschäftsführende Gesellschafterin CAI GmbH;
  • ONLINE COACHING (Online-Coaching 4 Business), mit Dr. Marion Benson, Rainer Krüger und Anke Ulmer sowie
  • das FORSCHUNGSPROJEKT PRESENTER - ein Kommunikations- und Dokumentations-Programm mit Prof. Dr. Uwe Hochmuth, Leiter Forschung an der HdWM.

Mit einem Podium, bestehend aus Vortragenden, Workshop-Leitern sowie Studierenden und Professoren, schloss der Fachkongress. Anschließendes intensives Networking inklusive.

Ihr Ansprechpartner Prof. Dr. Franz Egle

Prof. Dr. Michael Nagy

Tel.:+49 (0)621 490 712-12
michael.nagy@hdwm.org

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